Sonntag, 10. Januar 2016

Ein Leben auf dem Scherbenhaufen ~ Nina Hirschlehner

"Dass Maries Freund der Anführer einer der einflussreichsten Gangs der Stadt ist, hat ihr noch nie besonders gut gefallen. Als sie jedoch herausfindet, dass er für den Tod eines Menschen verantwortlich ist, bricht für sie eine ganze Welt zusammen.
Aus Angst möchte sie den Kontakt zu ihm abbrechen, doch das ist nicht so einfach wie erhofft..."

Die Autorin

Nina Hirschlehner: 1995 in Oberösterreich geboren, machte sie 2014 ihren Abschluss an der HLW Steyr mit dem Schwerpunkt Design und Produktinnovation. Neben dem Malen und dem Lernen von Sprachen ist das Schreiben schon seit ihrer Kindheit eines ihrer größten Hobbies. 

Das Cover
Bildquelle
Das Cover ist ein echter Hingucker. Hier sieht man mal wieder, wie vielseitig Nina ist, denn dieses Cover hat sie selber gestaltet und viel Liebe zum Detail bewiesen. Da die Geschichte (ganz nina-untypisch) überwiegend aus der Sicht der Protagonistin erzählt wird, finde ich es besonders gut, dass sie auch im Mittelpunkt des Covers steht. Am unteren Rand sieht man die Silhouette einer Stadt, in der die Geschichte spielt. Außerdem zieht sich über das Cover ein Riss, sodass man den Eindruck gewinnen kann, dass man durch eine gesprungene Glasscheibe auf das Buch sieht. Auch die Farbe finde ich super gewählt. Kräftige Farben sucht man vergebens. Ich finde dadurch wird auch Maries anfängliche Gefühlslage deutlich. Denn sie treibt mehr oder weniger einfach so in ihrem Leben dahin, ohne ein richtiges Ziel vor Augen zu haben.

Der Schreibstil

Nina ist ja dafür bekannt, dass sie in ihren Büchern gerne mal ein paar unerwartete Überraschungen aus dem Hut zaubert. Ich denke jetzt dachte sie sich: "Ach... ich mach jetzt einfach mal was GANZ anderes!" Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie sich selber ein bisschen überrascht hat, was aus der Geschichte geworden ist. :-) Mit dieser tollen Autorin wird es einfach nicht langweilig!!!
Wie bei jedem Buch von Nina liest sich jedes Kapitel einfach und flüssig dahin. Das Buch hat mich so gefesselt, dass ich es in einem Rutsch durchgelesen habe. Mit Marie bin ich schnell warm geworden. Ich wollte ihr zwar ab und an mal das Buch um die Ohren hauen, aber ansonsten haben wir uns gut verstanden. :-D Ein bisschen ist Nina ihrer Linie dann doch treu geblieben: 3 Kapitel hat sie aus Sicht von Dan (dem Protagonisten- Schnuckel *schwärm*) geschrieben. Die Figuren sind alle ausreichend beschrieben, sodass man sich die Personen gut vorstellen kann, trotzdem lässt die Autorin noch etwas Platz für die eigene Phantasie, was das Buch für jeden Leser ganz individuell macht.

Der Inhalt

Die Protagonistin Marie hat es in ihrem Leben nicht leicht. Nach einem schweren Schicksalsschlag bricht sie den Kontakt zu ihren Eltern ab. Vor einem Leben auf der Straße bewahrt sie der gut aussehende, charmante Leon. Leon ist der Anführer der Bande LOST. Jedes einzelne Mitglied hat ganz spezielle Fachgebiete, auf denen sie kleine Genies sind. Sie bilden eine Einheit, sind schon fast eine Familie - nur Marie kommt sich ausgeschlossen und unerwünscht vor. Die anderen akzeptieren sie nur, weil sie die Freundin vom Chef ist und keiner hört ihr wirklich zu. Außer Dan. Dan ist ein ehemaliger Polizist und verdammt gut aussehend und aufmerksam noch dazu. Er scheint vor nichts Angst zu haben. Schließlich soll Dan Maries Leibwächter werden. Er verfolgt sie auf Schritt und Tritt und scheint immer genau dann da zu sein, wenn Marie in eine brenzliche Situation gerät. Leon versucht Marie ziemlich von der Außenwelt abzuschotten. Den einzigen Kontakt außerhalb von LOST hat Marie zu ihrem Sandkastenfreund Lukas. Der wird aber für Leon zunehmend ein Dorn im Auge. Er und Dan versuchen Marie davon abzuhalten, sich mit Lukas zu treffen. Trotz der Isolation scheint Marie mit ihrem Leben zufrieden zu sein. Ja, ihre eigenen Ziele hat sie nicht weiter verfolgt, aber sie hatte in ihrem kurzen Leben genug einstecken müssen. Sie hat keine Lust mehr auf Komplikationen und scheint alles einfach nur hinzunehmen- bis ihr klar wird, dass Leon nicht ganz legale Geschäfte führt und auch nicht davor zurück schreckt, jemanden umzubringen.

Das Fazit

Hach ja... was soll ich sagen. Es ist mal wieder ein ganz wunderbares Buch von Nina entstanden. "Ein Leben auf dem Scherbenhaufen" zeigt in so vielen Punkten eine andere Seite von Nina, aber trotzdem ist sie sich treu geblieben. Auch in diesem Buch erwarten uns unfassbare Wendungen, bei denen man einfach nur noch die Luft anhält und hofft, dass alles irgendwie gut wird. Ich finde Nina kann auch außerhalb des Fantasybereichs mit diesem Buch gut mithalten und freue mich euch sagen zu können, dass es noch einen passenden 2. Teil geben wird. "Ein Leben auf dem Scherbenhaufen" ist aber in sich abgeschlossen. Trotzdem freue ich mich, dass es mit Dan und Marie noch nicht vorbei ist! :-) 

Ich gebe dem Buch vielseitige 5 von 5 Federblüten!

Liebe Grüße
Eure A, :-*